Behandlungszimmer


Nahezu jeder Mensch muss sich im Laufe seines Lebens das eine oder andere Mal mit dem Thema Rückenschmerz auseinandersetzen. In den meisten Fällen verschwinden die Symptome innerhalb kurzer Zeit wieder von ganz allein. In meiner täglichen Praxis treffe ich die Menschen an, bei denen auch nach mehreren Tagen, Wochen oder sogar Monaten keine Besserung eingetreten ist.

Dass Osteopathie bei unspezifischen Rückenschmerzen hilft, wurde unter anderem in einer schon 2014 im englischen Fachjournal „BMC Musculoskeletal Disorders“ erschienenen Übersichtsstudie nachgewiesen. Die Autoren untersuchten bereits vorhandene Studien und konnten klinisch belegen, dass osteopathische Behandlungstechniken sowohl Schmerz als auch funktionelle Bewegungseinschränkungen positiv beeinflussen können.

Was unterscheidet nun den Menschen, bei dem der Schmerz von allein verschwindet, von dem, der kurz- oder längerfristig therapeutischer Hilfe bedarf? Die Antwort erscheint auf den ersten Blick relativ einfach: den Unterschied macht die Geschichte vor der Geschichte, sprich die individuelle Lebensgeschichte des Einzelnen mit allen angesammelten Details. Positiv wie auch negativ. Auf den zweiten Blick liegt dieser Aussage die enorme Komplexität des Lebewesens „Mensch“ zu Grunde. Eine Erkrankung betrifft nicht eindimensional nur die Teile, die Symptome zeigen, sondern das komplette, mehrdimensionale Individuum.
Dementsprechend befasse ich mich bei der osteopathischen Befunderhebung und Behandlung mit dem ganzen Menschen und seiner individuellen Problemstellung.

Somit wird eine gezielte Behandlung unspezifischer Rückenschmerzen möglich, denn die Ursache kann viele Gesichter haben.

Weitere Informationen lesen Sie auch gern in der Patienteninformation des Instituts für osteopathische Studien, INIOST, Siegen, iniost.de

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Unter dem Titel „Faszien – Geheimnisvolle Welt unter der Haut“, kann man in der Arte-Mediathek bis 25.02.18 noch eine sehr sehenswerte Dokumentation zum Thema Faszien abrufen. Darin kommen internationale Wissenschaftler zu Wort, die das Verständnis und die Erkenntnisse zum Thema auf ein neues Level gehoben haben.

Mich persönlich freut es sehr, dass diesem, sehr lange nur stiefmütterlich behandelten Bereich des Körpers, endlich die verdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Also, reinschauen und staunen, welches Wunderwerk da im Verborgenen schlummert. Viel Spaß dabei!

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Arthrose und Arthritis beeinträchtigen rund neun Millionen Menschen in Deutschland. Obwohl sie unter ständigen Schmerzen leiden, zögern viele, sich das betroffene Gelenk ersetzen zu lassen. Wenn dennoch kein Weg daran vorbei führt, kann eine gezielte Vorbereitung auf die Operation sowie eine individuell angepasste Rehabilitation die Genesung unterstützen.

Was bedeuten künstliche Gelenke für die Lebensqualität der Betroffenen?
Ein Gelenkimplantat ermöglicht vielen Patienten auch im fortgeschrittenen Alter, sportlich wieder aktiver zu sein und ihren Alltag gut zu meistern. Früher führte eine Gelenkerkrankung in ihrem Verlauf unweigerlich zu einem passiveren Leben, das in der Regel von einem dauerhaften Schmerz begleitet war. Heute können Patienten nach einer erfolgreichen Gelenkoperation und der nachfolgenden Rehabilitation in vielen Fällen schmerzfrei und aktiv leben. Einer Studie des British Medical Journal zufolge lässt das einen mobileren Alltag zu, was auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Folgeschäden verringert.

Wann ist ein Gelenkersatz die richtige Entscheidung?
Wenn alle konservativen Therapieformen ausgeschöpft sind, die Lebensqualität aber dennoch spürbar abnimmt, ist es Zeit, einen Gelenkersatz in Betracht zu ziehen. Betroffene merken das meist daran, dass sie sich ohne Medikamente kaum noch bewegen können, auch in der Nacht oder in Ruhephasen lassen die Schmerzen nur wenig nach. Meist nehmen Menschen mit Schmerzen auch eine Schonhaltung ein, was sich ungünstig auf den Körper auswirkt. Denn es führt dazu, dass das betroffene Gelenk noch weniger beweglich wird, auf Dauer die Muskelmasse abnimmt und sich die Knochenstruktur verschlechtert.

Wie kann ein Patient in der Zeit vor und nach einer Operation optimal unterstützen?
In meinen vielen Jahren als Therapeut in der Rehabilitation und in meiner eigenen Praxis hat sich eines immer wieder bestätigt: Je besser die Ausgangslage des Patienten ist, desto leichter ist seine Rehabilitation. Deshalb ist es sehr sinnvoll, den Betroffenen vor der Operation gezielt vorzubereiten und die Rehabilitation nach dem Eingriff individuell auf seine Bedürfnisse abzustimmen. Je nach Bedarf und Interesse des Betroffenen sind in beiden Phasen Physiotherapie, Osteopathie, Herz-Kreislauftraining, leichtes Kraft- und Koordinationstraining sowie sogenannte „weiche“ Bewegungs- und Wahrnehmungsformen wie die Feldenkrais-Methode, Yoga, Tai-Chi oder Wassergymnastik gut geeignet.

Ist es möglich, mit einem Gelenkimplantat wieder Sport zu treiben?

Nicht nur möglich, sondern sogar wünschenswert! Früher war man der Ansicht, dass körperliche Schonung die Lebensdauer des Implantats erhöht. Neuere Studien zeigen aber, dass Aktivität die bessere Wahl ist. Eine gestärkte Muskulatur und ein straffer Bandapparat stabilisieren die Gelenke und verbessern die Bewegungsabläufe. Das kommt dem Implantat zugute. Wann genau der Patient nach dem Eingriff mit dem Sport beginnen kann, klärt er mit dem behandelnden Arzt.

Sind alle Sportarten gleichermaßen geeignet?
Sportarten, die man bereits vor der Operation ausgeübt hat, bieten sich an, denn die Bewegungserfahrung reduziert die Verletzungsgefahr. Grundsätzlich gilt aber, dass sogenannte „Low-Impact“-Sportarten vorzuziehen sind, also Wandern, Nordic Walking, Schwimmen, Skilanglauf, Radfahren, Gymnastik, Rudern oder Golf. Nur bedingt geeignet sind Tennis, Tischtennis, Kegeln, Bergwandern, alpiner Skilauf in Schontechnik und – nach Absprache mit dem behandelnden Arzt – leichtes Jogging. Auf Sportarten mit plötzlichen Drehbewegungen, extremen Abspreizungen, plötzlichen oder dauerhaften Belastungsspitzen sollte man lieber ganz verzichten.

Was ist nach einer Operation außerdem wichtig?
Geduld! Der Körper empfindet die Operation zunächst als Verletzung und nicht als Hilfe. Von diesen anfänglichen Schwierigkeiten sollte man sich nicht entmutigen lassen. Oft vergessen die Patienten, wie lange sich ihre körperlichen Einschränkungen im Vorfeld der Operation entwickelt haben. Der Körper benötigt nach einem Eingriff Zeit, um sich auf die veränderten Gegebenheiten einzustellen – je nach Gewebeart unterschiedlich lang. Das viel zitierte halbe Jahr als Zeitspanne für eine Rehabilitation klingt dabei nach einer langen Durststrecke. Aber die Lebensqualität verbessert sich in aller Regel schon auf dem Weg dorthin.